Faire Mode

Mit Billigmode ist es wie mit Fast Food: Ein bestimmtes Bedürfnis – Hunger bzw. der Wunsch nach etwas Neuem – wird schnell befriedigt, hält aber nicht lange vor und ist nicht wirklich gesund. So wie für Fast Food nicht die besten Lebensmittel verwendet werden, stehen bei Billigmode nicht Qualität und faire Produktionsbedingungen im Mittelpunkt. Ein T-Shirt oder eine Hose soll gar nicht ein Jahr oder länger halten, sondern nur bis zum nächsten oder übernächsten Kollektionswechsel, der in immer kürzeren Zyklen vonstattengeht.

Billig-Modeketten schieben ihre Verantwortung an den katastrophalen Zuständen in den Nähereien am anderen Ende der Welt, dort, wo unser 1 Euro Top genäht wird, gerne von sich. Hier in Europa wird die Ware schließlich gekauft, alleine das zählt.

Von der Nische zum Trend

Aber wie so oft gibt es bei einer Bewegung auch eine Gegenbewegung. Denn es interessieren sich eben doch eine immer größer werdende Zahl an Konsumenten dafür, wo und wie ihre Bekleidung produziert wird. Der Schritt ist ja auch eigentlich logisch: Wer Wert auf hochwertige Bio-Lebensmittel legt und darauf, ob die Kuh vor dem Schlachten glücklich war oder nicht, dem kann es nicht egal sein, wie die Baumwolle produziert, mit welchen Chemikalien Stoffe behandelt und unter welchen Produktionsbedingungen eine Jeans zusammengenäht wurde.

Aus diesem Grund sind in den letzten Jahren immer mehr Modelabels entstanden, die ihre Nische in Fairer Mode gefunden haben. Sie achten darauf, dass die Stoffe von guter Qualität sind, nach dem Waschen nicht gleich einlaufen und sich verziehen. Eine hochwertige Verarbeitung garantiert, dass eine Hose oder ein Paar Schuhe länger als nur ein paar Monate getragen werden können.

Falls du dich schon seit Längerem nicht mehr mit dem Thema Faire Mode beschäftigt hast, wirst du sicher überrascht sein. Junge Designer sorgen dafür, dass nachhaltige Bekleidung nicht mehr den typischen und oft belächelten Öko-Look hat. Faire Mode zu tragen ist heutzutage ein Zeichen von Verantwortung und nachhaltigem Lebensstil. Und ganz nebenbei kann man dabei richtig cool aussehen.

Auf die richtigen Siegel achten

Damit Produzenten nicht einfach nur behaupten können, dass fair hergestellt wird, gibt es eine Reihe von Fair Trade Siegeln, die nach festgelegten Standards Herstellungsprozesse überwachen und beurteilen, bevor sich ein Produkt mit dem Siegel schmücken darf. Es gibt verschiedene Fair Trade Siegel, einen guten Überblick findest du bei DW-Shop.

Immer noch nicht überzeugt, dass Faire Mode etwas für dich ist? Dann nimm dir 45 Minuten Zeit und sieh dir diese ZDF-Doku über die Textilindustrie in Bangladesch an. Dort kannst du sehen, welche Auswirkungen deine Entscheidung, 1 Euro für ein T-Shirt zu kaufen, 7.300 Kilometer weiter östlich auf andere Menschen hat:

 

Bildquelle: unsplash.com/@artificialphotography

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