Berufsbekleidung – Worauf muss ich achten?

Für viele Berufe gibt es spezielle Kleidung. Ob Koch, Krankenpfleger oder Zugbegleiter – wir erkennen sie an ihrer Dienstbekleidung. Bei einigen Tätigkeiten und Berufen ist eine bestimmte Berufsbekleidung gesetzlich vorgeschrieben. Wer beruflich mit einer Kettensäge hantiert, muss eine entsprechende Schutzkleidung tragen. Wer auf dem Bau arbeitet, braucht einen Helm. Ein Chirurg darf nicht ohne Kittel, Handschuhe und Maske eine Operation durchführen.

Worauf muss ich beim Kauf von Berufsbekleidung achten? Und wer kommt eigentlich für die Anschaffung, Reparatur und Reinigung der Bekleidung, die ich für meinen Beruf benötige, finanziell auf?

Worauf ist beim Kauf von Berufsbekleidung zu achten?

Gesetzliche Vorgaben

Wer sich Berufsbekleidung kaufen möchte, muss zunächst die eigene Tätigkeit beleuchten. Gibt es für meinen Beruf Kleidung, die gesetzlich vorgeschrieben ist? Die entsprechenden Kleidungsstücke müssen diese Anforderungen dann erfüllen. Aus diesem Grund werden für Schutzschuhe Schutzklassen ausgewiesen, die die Belastbarkeit der Schuhe klassifizieren. Zusatzangaben wie „Antistatisch“ oder „Durchtrittsicherheit“ spezifizieren einen Schutzschuh zusätzlich. Warnschutzkleidung wird in EN ISO 20471 in drei Klassen unterteilt. Auf Industrieschutzhelme findet DIN EN 397 Anwendung. Daher ist es vor dem Kauf von gesetzlich vorgeschriebener Berufsbekleidung wichtig, die Vorgaben und Normen für die eigene Tätigkeit zu kennen und auf eine entsprechende Zertifizierung zu achten. Online-Anbieter von Berufsbekleidung führen die Klassifizierungen in den Produktbeschreibungen auf.

Funktionalität

Beim Kauf von Berufsbekleidung ist auch wichtig, dass sie praktisch und funktionell ist. So kann in Bauberufen neben der Arbeitsschutzfunktion auch die Farbe wichtig sein. Es ist sehr unpraktisch, wenn die Arbeitsbekleidung sofort schmutzig aussieht, so dass in diesem Fall dunkle Farben vorteilhaft sind. Bei einem Maler sind helle Farbspritzer auf dunkler Kleidung sofort zu sehen, daher sind helle Arbeitshosen und –jacken angebracht. In Pflegeberufen oder auch im Krankenhaus ist weiß die vorherrschende Farbe. Die Hosen und Kittel werden bei sehr hohen Temperaturen gereinigt und weiße Berufsbekleidung kann nicht ausfärben. Wer auch im Winter draußen arbeitet, also etwa im Straßenbau oder in der Forstwirtschaft, für den ist es wichtig, dass die Berufsbekleidung auch warm hält und dennoch die Bewegungsfreiheit nicht zu stark einschränkt.

Materialien und Verarbeitung

Egal, für welchen Beruf die Arbeitskleidung gekauft wird, hochwertige Materialien, eine gute Verarbeitung und gewisse Robustheit sind wichtig. Die Berufsbekleidung wird häufig getragen und unterliegt – abhängig vom Beruf – starken Belastungen. Sie wird vielfach chemisch gereinigt oder bei hohen Temperaturen gewaschen. Diese Beanspruchungen dürfen nicht nach kurzer Zeit dazu führen, dass die Kleidung abgetragen aussieht, Knöpfe abfallen oder gar Schutzfunktionen eingeschränkt werden, wenn zum Beispiel Reflektoren verwaschen.

Daher ist beim Kauf von Berufsbekleidung auch darauf zu achten, dass die Verarbeitung tadellos ist und die verwendeten Materialien die Beanspruchung durch die Tätigkeit und Reinigung aushalten.

Wer zahlt die Berufsbekleidung?

Wird das Tragen von Schutzkleidung gesetzlich vorgeschrieben, muss der Arbeitgeber diese anschaffen und den Mitarbeitern zur Verfügung stellen. Dazu zählen zum Beispiel Schutzbrillen, Sicherheitsschuhe, Schutzhosen, Helme aber auch OP-Kittel und Handschuhe. Fest vorgeschriebene Dienstkleidung muss der Polizist oder der Feuerwehrmann nicht aus eigener Tasche bezahlen. Der Arbeitgeber muss in diesen Fällen übrigens auch für die Reinigung, Reparaturen oder einen Ersatz aufkommen.

Wird hingegen in einer Arztpraxis eine bestimmte Farbe bei der Kleidung vorgeschrieben, muss der Mitarbeiter diese in der Regel selbst bezahlen. Ist jedoch ein spezielles Shirt mit Praxislogo Pflicht, wird dieses vom Chef finanziert.

Fazit – Berufsbekleidung

Die Berufsbekleidung muss neben eventuell gesetzlichen Vorgaben vor allem eins erfüllen: Sie muss sich gut tragen lassen. Acht Stunden am Tag, an fünf Tagen in der Woche tragen wir sie – mindestens. Wenn dann die Arbeitsschuhe drücken oder der Kragen des OP-Kittels kratzt, kann es schnell unangenehm werden. Die perfekte Berufsbekleidung ist die, in der wir uns so wohl fühlen wie in unserer Freizeitkleidung.

Bildquelle:

  • Ärztin: https://pixabay.com/de/users/anhngoc1397-14450218/
  • Bauarbeiter: https://pixabay.com/de/users/life-of-pix-364018/

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