Schwimmen lernen – Tipps und Hinweise

Es gibt Rekorde, die sind einfach trauig: Im letzten Jahr – 2016 – sind in Deutschland so viele Menschen ertrunken wie seit 10 Jahren nicht mehr. 537 Menschen sind in Bächen, Seen, Schwimmbädern oder Flüssen ertrunken. Im Vergleich dazu die Zahlen der letzten Jahre:

  • 2015 – 488 Tote
  • 2014 – 392 Tote
  • 2013 – 446 Tote
  • 2012 – 383 Tote
  • 2011 – 410 Tote

Weitere Jahre können hier nachgelesen werden: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/deutschland-wird-zu-einem-land-der-nichtschwimmer-15049040.html

Laut Umfrage der DLRG können 60 % der Sechs- bis Zehnjährigen Kinder können nicht sicher schwimmen, sie haben kein Jugendschwimmabzeichen. Lediglich 77 % der Grundschüler haben das Seepferchen absolviert, was jedoch kein Garant für ausreichende Schwimmfähigkeiten ist. Schwimmen lernen ist wirklich wichtig und kann Leben retten.

Schwimmen lernen – Was ist sicheres Schwimmen?

Die DLRG, aber auch Schwimmverbände und die Kultusministerkonferenz sind sich einig, dass ein sicherer Schwimmer ist, wer die Anforderungen des Jugendschwimmabzeichens in Bronze erfülle. Das heißt, dass man mindestens 200 Meter in höchstens 15 Minuten schwimmen können muss. Das Seepferdchen ist lediglich als ein Heranführen zum Schwimmen zu verstehen. Nicht ohne Grund wird das Schwimmabzeichen Bronze auch immer noch als „Freischwimmer“ bezeichnet. Wann sollten Kinder Schwimmen lernen?

Schwimmen lernen – Kinder

Idealerweise lernen Kinder zwischen dem fünften und achten Lebensjahr Schwimmen. Zwischen dem fünften und sechsten Lebensjahr ist die motorische Koordinationsfähigkeit soweit ausgereift, dass Schwimmen erlernt werden kann. Interessanterweise lernen Anfänger in Ländern wie den USA oder Großbritannien zuerst Schwimmarten wie Kraulen, da es sich leichter erlernen lässt als Brustschwimmen. In Deutschland wird aber meistens zuerst das Brustschwimmen gelehrt.

Schwimmen lernen – Schwimmkurs oder selbst beibringen?

Generell können Eltern natürlich ihren Kindern das Schwimmen selbst beibringen. Der Vorteil ist, dass man sich Kursgebühren spart, es kann aber ein Nachteil sein, dass – wenn sich der Erfolg zunächst nicht einstellt – das Projekt „Schwimmen lernen“ wieder eingestellt und vielleicht vergessen wird.

Wer einen Schwimmkurs bucht, muss mit Kosten ab etwa 70 Euro rechnen, die Kosten schwanken von Region zu Region. Folgende Anforderungen sollte der angebotene Kurs erfüllen:

  • Kursdauer: ca. 10 bis 12 Übungsstunden
  • Kursteilnehmer: maximal 8 Teilnehmer (bei 5 – 6 jährigen Kindern)
  • Kursziel: sollte klar definiert sein, z. B. „Seepferdchen“
  • Qualifikation des Kursleiters sollten vorliegen
  • Ist eine Schnupperstunde möglich? Dann achtet auf den Umgang des Kursleiters mit den Kindern.
  • Baderegeln der DLRG sollten Bestandteil des Kurses sein

Tipps zum Schwimmen lernen

Wichtig ist, dass das Schwimmen lernen Spaß macht. Kinder sind am besten motiviert, wenn sie Spaß haben und ohne Druck etwas lernen können. Auch wer zunächst ängstlich ist, sollte nicht bedrängt werden. Meistens geht es nach kurzer Zeit von ganz alleine.

Wichtig ist auch, Tauchen zu lernen. Das geht oft mit kleinen Gegenständen, nach denen die Kinder tauchen sollen, am besten. Hier lernen sie die nötige Sicherheit unter Wasser und auch, mit offenen Augen zu tauchen.

Ist das Seepferdchen geschafft ist es wichtig, am Ball zu bleiben. Nur durch regelmäßiges Üben werden die Kinder wirklich sicher. Das nächste Ziel sollte dann in jedem Fall das Schwimmabzeichen in Bronze sein. Erst dann können Kinder sicher schwimmen. Das bedeutet auch, dass Schwimmanfänger nicht unbeaufsichtigt ins Wasser gehen sollten.

Schwimmabzeichen

Die verschiedenen Schwimmabzeichen können eine wahre Motivation sein, Schwimmen zu lernen. Wie wäre es, wenn es für jedes neue Schwimmabzeichen eine kleine Belohnung gibt? Oder zu einem bestimmten Zeitpunkt (Sommer- oder Herbstferien, Geburtstag etc.) das Projekt „Neues Schwimmabzeichen“ angegangen wird? Kinder unter 18 Jahren können folgende Schwimmabzeichen erwerben:

Seepferdchen

Für das Seepferdchen sind folgende Aufgaben zu erfüllen:

  • 25 Meter Schwimmen
  • Sprung vom Beckenrand
  • Heraufhohlen eines Gegenstandes aus brust- bis schultertiefem Wasser

Das Seepferdchen ist keine Urkunde für einen sicheren Schwimmer. Auch Kinder mit einem Seepferdchen sollten nicht unbeaufsichtigt Schwimmen gehen.

Jugendschwimmabzeichen Bronze

Wer das Jugendschwimmabzeichen in Bronze ablegen will, muss:

  • Sprung vom Beckenrand und mindestens 200 Meter Schwimmen in höchstens 15 Minuten
  • einmal ca. 2 Meter Tieftauchen von der Wasseroberfläche und Heraufholen eines Gegenstandes
  • Sprung aus 1 Meter Höhe oder Startsprung
  • Kenntnis der DLRG Baderegeln

Jugendschwimmabzeichen Silber

Für das Jugendschwimmabzeichen in Silber ist folgendes zu erfüllen:

  • Startsprung und mindestens 400 Meter Schwimmen in höchstens 25 Minuten (300 Meter Bauch- und 100 Meter Rückenlage)
  • zweimal ca. 2 Meter Tieftauchen von der Wasseroberfläche mit Heraufholen je eines Gegenstandes,
  • Sprung aus 3 Meter Höhe
  • 10 Meter Streckentauchen (ohne Schwimmbrille)
  • Kenntnis von Baderegeln und der Selbstrettung

Jugendschwimmabzeichen Gold

Wer das Jugendschwimmabzeichen in Gold ablegen will, muss mindestens 9 Jahre alt sein und folgende Aufgaben erfüllen bzw. folgende Kenntnisse nachweisen:

  • 600 Meter Schwimmen in höchstens 24 Minuten,
  • 50 Meter Brustschwimmen in höchstens 70 Sekunden,
  • 25 Meter Kraulschwimmen,
  • 50 Meter Rückenschwimmen mit Grätschschwung ohne Armtätigkeit oder 50 Meter Rückenkraulschwimmen,
  • Tieftauchen von der Wasseroberfläche mit Heraufholen von 3 Tauchringen aus einer Wassertiefe von etwa 2 Metern innerhalb von 3 Minuten bei maximal 3 Tauchversuchen,
  • 15 Meter Streckentauchen,
  • Sprung aus 3 Meter Höhe,
  • 50 Meter Transportschwimmen (Schieben oder Ziehen),
  • Kenntnis der Baderegeln,
  • Kenntnis über Hilfe bei Bade-, Boots- und Eisunfällen (Selbstrettung und einfache Fremdrettung)

Bildquelle: pixabay.com / @adrit1

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